Oberflachs, Erziehungsheim Kasteln

Kommentar

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Kinder wurden halb Totgeschlagen und die Politiker schweigen

Ich, Reinhard Diethelm, wurde in diesem Heim 6 Jahre gefoltert. Als 9-jaehriger jeden Morgen 05 uhr aufstehen. Hatte keine Eltern, die nach mir schauten und ich war fuer den Hausvater Baertschi ein super Opfer, das er plagen konnte wie er wollte. Arbeit, Arbeit, Arbeit und Schlaege. Hunger, Hunger, Hunger und nochmals Schlaege. 7 Sonntage in der Dunkelkammer mit Ratten ohne WC. Ich kann viele geschichten erzaehlen aus der schlimmen Zeit. Am ersten August wurde ich vor allen Kindern zusammengeschlagen, weil ich kein Lampion tragen wollte. Baertschi sagte den Kindern: «Dieser wird mal ein Komunistenfuehrer». Im Mai, wenn es kalt wurde mussten wir um Mitternacht in den Rebbergen Feuer anzunden, damit die reben nicht erfrieren. Wir konnten nie Fussball spielen oder uns vergnuegen. 6 Jahre Hunger, Schlaege und Schwerstarbeit. Wacht endlich auf ihr angeblichen Opfer und beisst euch selbst in den Arsch um etwas zu thun. Heute werden in der Schweiz noch taeglich Meschen gequaelt bis zum geht nicht mehr. Von unseren Drecksbehoerden. Ich wurde mit jedem Schlag, den ich erhalten habe noch staerker. Aber Eines habe ich gelaernt: Was der Mensch saet wird er ernten. Das ist Karma. Auch alle Veranwortlichen dieser boesen Zeit werden ihre Scheisse zurueck bekommen. Dies ist mein Trost fuer meine Alptraeume, die ich mit 64 Jahren noch habe.

Wenn jemand zu dieser Zeit dort war bitte kontaktiere mich unter r.diethelm@yahoo.com

 

Reinhard Diethelm
25.05.2012

 

Hallo Reinhard,
auch für mich war meine Kindheit die Hölle auf Erden und auch für mich stehen Justiz und Behörden noch weit unter der Mafia. Doch der Normalbürger von heute ist sich inzwischen zwar auch mehr oder weniger klar, dass die Institution Staat lediglich eine grosse Abzocke ist. So sehen es wahrscheinlich inzwischen viele Durchschnittsbürger, doch bei genau dieser Masse der Durchschnittsbürger sind die Grenzen des Erträglichen eben noch nicht überschritten worden. Und es geht Ihnen ganz einfach noch zu gut, wie der Volksmund sagen würde. Diese grosse Masse hat einerseits gar keine Ahnung von dem Ausmass dessen, was Politiker und Ämter durch Missachtung der Verfassung sowie der Schaffung von sinnwidrigen Gesetzen und deren Applikation überhaupt anrichten. Die grosse Masse ist gar nicht in der Lage sich vorzustellen, wie ein Mensch leiden kann, wenn seine Grundrechte aufs übelste verletzt werden. Und so wie schon immer stellt sich die grosse Masse auch nicht mehr die Frage, ob etwas nun berechtigt sei oder nicht, wenn es um Gesetze geht. Das Verständnis fehlt genauso wie übrigens auch das Interesse sich überhaupt mit solch unangenehmen Aspekten auseinander zu setzen.

Die Chancen, dass wir gehört werden sind also nicht nur klein, sondern verschwindend klein! Und mit den Drecksbehörden gebe ich Dir zwar vollkommen recht, weil auch ich deren Handeln als absolut unverantwortungslos erachte. Doch der Durchschnittsbürger, welcher bereits schon schwer erreichbar ist, wird bei solchen Ausdrücken wahrscheinlich gleich noch einmal abblocken. Dein verständlicher Ärger, Deine berechtigte Wut wird er nicht begreifen, sondern es wird Ihn verunsichern. Und ich selbst weiss ja verdammt gut wie es ist, ich selbst habe auch die grösste Mühe meine Gefühle zu unterdrücken, wenn es ums Thema Mafia, sprich: Staat geht. Doch möchte ich Dir den Rat geben dass Du beim Schreiben mehr auf die sachliche Darstellung achtest. Schreib doch einfach mal, lass es eine Nacht ruhen, korrigiere es und mach dieses Spiel vielleicht gleich zweimal, oder bis Du damit zufrieden bist. Denn es ist der Sache dienlicher, wenn die Leser mit Sachlichkeit, statt mit einem Ausbruch der Gefühle konfrontiert werden. Diese Erfahrung habe ich auf jeden Fall selbst machen müssen und ich weiss wie schwer dies ist, denn auch ich bin immer noch am lernen. Als letztes möchte ich Dich auch noch freundlich darauf aufmerksam machen, dass eben auch wegen dem Gefühlsausbruch, Deine Geschichte zu kurz gekommen ist. Denn aus dieser erfahren wir, dass Du geschlagen und zum Arbeiten missbraucht wurdest. Doch wie waren die genauen Umstände? Aus welchen gründen wurdest Du geschlagen? Wo siehst Du für Dich persönlich den Schaden, welcher entstanden ist? Dies und solche meines Erachtens belangreichen Aspekte sind es doch, welche letztendlich der springende Punkt für Dich selbst, als wie auch für Deine Geschichte darstellen!

Liebe Grüsse und lass Dich trotz allem nicht unterkriegen, sondern sei wie Phönix aus der Asche. Lass Dich nicht weiter in die Eskalationsspirale hinein treiben, sondern schöpfe Kraft aus dem Feuer, welches Dich verbrannt hat und entfliehe der Spirale. Denn genauso wie auch ich selbst bist Du nur ein Spinner in den Augen der Öffentlichkeit. Eine Tatsache welche so hart klingen mag, aber mit welcher wir lernen müssen umzugehen. Weshalb ich inzwischen für mich selbst diese Tatsache gelernt habe zu akzeptieren und anders damit umzugehen. Denn ja gut, wenn man ein Spinner sein muss um Rechtfertigkeit noch als einen Wert von Belang zu empfinden, dann bin ich eben ein Spinner. Doch wird mich dies nicht daran hindern dem Einen oder Anderen, oder sogar einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen, dass auch die Ansichten eines Spinners nicht zwangsweise verkehrt sein müssen.

Ich hoffe also Du verstehst mich und kannst aus diesen Worten auch für Dich selbst etwas Nützliches mitnehmen.
Liebe Grüsse
A. J.

Dome
25.05.2012

Schloss Kasteln, Oberflachs AG

Hallo Mitenand

Ich bin ein ehemaliger Heiminsasse aus dem Kinderheim Schloss Kasteln. Kennt das jemand? Ich war in der Zeit von 1969 bis 1974 dort. Nachrichten erwünscht.

Liebe Grüsse
Rolf

Coepler
22.01.2018

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